Wie Du Instagram zur Neukundengewinnung einsetzt

Das ist doch nur etwas für Lifestyle-Blogger und Influencer hört man viele Kritiker sagen, wenn es um die Frage geht, ob sich Instagram auch für die Neukundengewinnung von Versicherungsvermittlern einsetzen lässt.

Dabei gibt es nicht erst seit gestern einige gute Beispiele dafür, dass man mit der richtigen Strategie sehr effektiv vertriebliche Erfolge über Instagram generieren kann.

Wie man es richtig angeht und welche Ergebnisse sie mit Instagram erzielt, hat mir die Versicherungsmaklerin Marlene Drescher in einem Interview verraten. Viel Spaß beim Lesen!

Marlene, wann hast du angefangen die Plattform Instagram zu nutzen und warum?

Das ist noch gar nicht lange her. Das war im Juli 2018. Warum? Also ich habe ja schon seit 2009 eine berufliche Facebook-Seite und habe gemerkt, dass dort die organische Reichweite nicht mehr sonderlich groß ist. Privat war ich schon etwas länger auf Instagram, habe aber anfangs nicht gesehen, welche Chance diese Plattform für die Finanzbranche bietet. 2018 habe ich dann die Initiative ergriffen und wollte schauen, was da so geht.

Deine Reichweite ist mit über zweitausend Followern ja schon beachtlich groß, wie hast Du dir diese aufgebaut?

Im ersten Jahr habe ich zunächst einfach herumprobiert und nicht sonderlich professionell mit einer Strategie oder ähnlichem gearbeitet. Ab Oktober 2019 habe ich mich dann intensiver mit dem Thema beschäftigt. Ich habe mir dann eine Strategie erstellt. Im Rahmen dieser habe ich dann täglich gepostet, meinen Feed aufgeräumt, den Account ganz klar positioniert und mich auch selbst als Person gezeigt. Das hat schließlich dazu geführt, dass mein Account wuchs und wuchs.

An welche Zielgruppe richten sich Deine Beiträge konkret?

Das sind Familien! Ich bin ja selbst dreifache Mutter, einundvierzig Jahre alt und das Thema Familie kleidet mich da einfach schon viele Jahre. Ein Großteil meiner Kunden sind selbst auch Familien, daher stand es für mich von Anfang an außer Frage, dass ich diese Zielgruppe wähle.

 Wie gelingt es Dir bei Instagram diese Zielgruppe zu erreichen?

Ich lege großen Wert darauf, dass jemand, der meinen Account besucht, direkt erkennen kann, worum es bei mir geht. Ansonsten spreche ich in den Beiträgen immer wieder Themen an, die Familien interessieren und auch etwas mit dem Thema Versicherungen und Finanzen zu tun haben. Manchmal greife ich auch aktuelle Themen für Familien auf und gebe Einblicke in mein privates Familienleben, da ich als dreifache Mutter natürlich auch viele Gemeinsamkeiten mit meiner Zielgruppe habe. Ich glaube auch, dass junge Familien das interessiert. Des Weiteren nutze ich entsprechende Hashtags, die ich zum einen in meinen Beiträgen einsetze, und über die ich auch andere Nutzer meiner Zielgruppe finde, mit denen ich dann zum Beispiel durch das Kommentieren ihrer Beiträgen in Kontakt trete. Das ist schon ein gewisser zeitlicher Aufwand, den es sich aus meiner Sicht aber zu investieren lohnt.

Was inspiriert Dich für deine Beiträge? Woher nimmst Du die Ideen

Die kommen aus meinem täglichen Arbeitsleben. Ich notiere mir die Ideen dann mittlerweile direkt, um sie nicht zu vergessen. Ab und zu kommen mir auch Ideen, wenn ich Fachzeitschriften aus unserer Branche lese. Wenn dort Themen behandelt werden, die für Familien wichtig sein könnten, bereite ich diese entsprechend in Beiträgen auf. Das meiste jedoch kommt aus der Arbeit mit meinen Kunden.

Hast Du einen Redaktionsplan oder etwas ähnliches?

Das ist in der Tat das Einzige, was bei mir nicht professionell abläuft 😀  Ich hatte anfänglich die Beiträge vorgeschrieben, mittlerweile poste ich allerdings nicht mehr täglich und entscheide mich eher spontan für ein Thema. Ich habe zum Beispiel gerade gestern Abend meinen aktuellen Beitrag über Canva erstellt und da habe ich auch schon ein paar weitere in der Pipeline. Im Großen und Ganzen halte ich es aber eher spontan.

Wie sind die Reaktionen auf Deine Beiträge?

Die sind eigentlich durchweg positiv. Gerade eben erst wieder vor unserem Termin von einer jungen Mutter, die sich bedankt hat, für den Mehrwert meiner Beiträge. Es gibt auch viele Kollegen, die mir schreiben und sagen: „Hey super Account!“. Also die Reaktionen sind zu neunundneunzig Prozent positiv. Es gibt natürlich überall auch Neider und Besserwisser oder Kollegen die einfach meinen Content klauen. Das sind aber ganz wenige und mittlerweile weiß ich, wie ich mit denen umzugehen habe. Zum Glück sind jedoch die allermeisten Rückmeldungen positiv und freuen mich sehr!

Welchen konkreten Nutzen ziehst du aktuell aus Deinem Instagram-Account?

Zum einen ist es Bindungskanal für meine Kunden. Erst gestern hat mich eine Kundin wegen meines Beitrags zum Thema „grobe Fahrlässigkeit“ angeschrieben und gefragt, ob das in ihrem Vertrag enthalten ist. Ich habe ihr das dann bestätigt. Sie war daraufhin erleichtert und hat sich noch mal für meine Beiträge bedankt. Zum anderen ist es mittlerweile so, dass ich fast täglich Kundenanfragen über diesen Kanal bekomme. Die Interessenten buchen sich sogar oftmals schon direkt selbst ihre Termine über meine Landingpage. Die Termine, die ich dann habe, sind in der Regel auch sehr hochwertig. Instagram hat sich bei mir also schon als „Neukundengewinnungskanal“ etabliert.

Wie viel Zeit beansprucht dein Instagram-Kanal pro Tag?

Man muss da unterscheiden: Wenn ich keine Beiträge erstelle, hängt es davon ab, wie viele Nachrichten ich erhalte. Es ist dann aber im Schnitt mindestens eine halbe Stunde. An Tagen, an denen ich Beiträge gestalte, beansprucht das natürlich mehr Zeit. Da ich sehr selbstkritisch bin, kann es dann schon mal sein, dass die Erstellung eines Beitrags allein eine Stunde dauert. Unterm Strich würde ich sagen, dass man aber auf jeden Fall 30 – 60 Minuten täglich einplanen sollte. Sehr wichtig finde ich auch, dass man diese Zeit als Arbeitszeit anerkennt. Das sage ich auch vielen Kollegen. Social Media gehört in einem modernen Arbeitsalltag einfach dazu!

Wichtig dabei ist nur, dass man sich fokussiert!

Es gibt ja Accounts, die über 1000 Leuten folgen. Das ist aus meiner Sicht Zeitverschwendung. Ich folge lediglich Accounts, von denen ich etwas nützliches lernen oder von denen ich mich inspirieren lassen kann.

Was wäre Dein Tipp für jemanden der mit Instagram anfangen möchte?

Erstens: Das Profil aufräumen!

Es ist wichtig einen ganz klaren Feed zu haben, bei dem der Name, die Biografie und die Beiträge stimmig sind und sich mit der Zeit zu einem aussagekräftigen Profil entwickeln können.

Zweitens: Eine Zielgruppe und Branding-Farbe erstellen und sich eine grobe Richtung zu überlegen, was man posten möchte.

Dann drittens: Mindestens in den ersten 6 Monaten täglich zu posten, sich selbst als Mensch zu zeigen, authentisch zu sein und nicht zu viel Angst zu haben, sondern in die Umsetzung gehen. Man darf auch nicht erwarten, dass man von heute auf morgen Kundenanfragen bekommt. Das Ganze muss sich erst entwickeln. Am Ende wird derjenige belohnt, der die Ausdauer hat, dran zu bleiben.

Mehr über Marlene Drescher erfahrt Ihr auf ihrer Website oder auf Instagram.

Autorin Nadja Smeilus

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