Wie Du als Versicherungsvermittler Dein Personal Branding aufbaust

Alle reden von Personal Branding.

Was ist das überhaupt? Und bedeutet es, dass ich mich jetzt jeden Tag selbst inszenieren muss, um erfolgreich zu sein?

Personal Branding ist eines der zahlreichen Buzzwords im Marketing, die vielen Leuten schon die Lust nehmen, sich mit ihnen zu beschäftigen, weil sie mangels einer klaren Definition missverstanden werden.

Wikipedia selbst gibt an, dass es bis heute tatsächlich keine einheitliche Definition des Begriffs gibt und man Personal Branding sinngemäß am besten mit „Markenbildung am Menschen“ beschreiben kann.

In diesem Artikel verrate ich Dir, was ich unter Personal Branding verstehe und warum gerade Versicherungsvermittler, davon profitieren können.

Mein Sohn ist gerade 16 Monate alt. Endlich beginnt die Zeit, in der er sich bunte Bilderbücher mit Tieren ansieht und übt, diese zu benennen und zu beschreiben. Aus dem Alltag mit Kindern können wir, wie so oft, einiges für andere Lebensbereiche lernen! So ein Schwein hat beispielsweise ein unverwechselbares Personal Branding. Ein kleines Kind kann es, egal wo es auftaucht, in Sekunden erkennen und behält seine Eigenschaften im Kopf. Es ist immer rosa, hat immer ein Ringelschwänzchen, macht immer „oink oink“, suhlt sich immer im Dreck und so weiter.

Wie Tiere für Kleinkinder dargestellt werden, lehrt uns drei wichtige Aspekte von Personal Branding:

1. Konsistenz: Egal, in welchem Kinderlied, Bilderbuch oder Malheft, die Marke „Schwein“ mit ihrer Erscheinung und ihrem Verhalten ist konsistent. Ihr werden immer die gleichen Eigenschaften zugeschrieben.

2. Wiedererkennungswert: Wesentlich für die Marke ist, dass sie mindestens ein Unterscheidungsmerkmal zu anderen aufweist.

3. Klarheit: Die Eigenschaften des Schweins versteht jedes Kind auf Anhieb! Auch Erwachsene müssen in wenigen Sekunden klar erkennen können, wofür eine Marke steht.

Kein Wunder, dass selbst kleine Kinder schon die vielen Tiere voneinander unterscheiden können. Eine Marke, die immer wieder ihre wesentlichen Attribute zeigt, manifestiert sich nachhaltig in unseren Köpfen.

Warum ganz besonders Versicherungsvermittler ihr eigenes Personal Branding aufbauen sollten, zeigt folgendes Gedankenspiel

Stell Dir vor, dein Kunde ist begeistert von deiner Beratung und möchte dich weiterempfehlen. Wird er den Namen des Unternehmens, den Namen des gewählten Produkts, oder Deinen Namen nennen?

Natürlich wird er höchstwahrscheinlich Dich als Person benennen!

Das liegt daran, dass Kunden nach wie vor die persönliche Beratung durch vertrauenswürdige Menschen schätzen. Versicherungsunternehmen haben die Bekanntheit, die Berater das Vertrauen der Kunden!

Wie wird ein Versicherungsvermittler zu einer Marke?

Beim Personal Branding geht es um das Hervorbringen, deiner wirklichen Eigenschaften in offensichtlicher Art und Weise! Über Social Media hast Du die Chance, durch eine konstante Positionierung zu einem bestimmten Thema selbst das Gesicht zu diesem Thema zu werden.

Der erste Schritt, um Dein Personal Branding aufzubauen, ist, deine eigenen (Marken)eigenschaften zu benennen. Das fällt nicht jedem leicht. Ein Markenbild entsteht aus verschiedenen Komponenten wie z. B. Talenten, Expertise, Überzeugungen, Kommunikationsstil und Erscheinungsbild, mit denen andere Menschen Dich beschreiben können.

Frage Dich selbst, welche Eigenschaften Dich auszeichnen und welche Dich von anderen unterscheiden! Befrage auch Menschen (oder besser noch Kunden), die Dir nahestehen, wie diese Dich beschreiben würden. Es ist immer spannend zu erfahren, ob Eigen- und Fremdbild miteinander übereinstimmen. Damit Deine Personenmarke funktioniert, ist dies unbedingt notwendig! Die Punkte, in denen Du und andere das Gleiche über dich sagen, ergeben Deinen Markenkern, also deine wesentlichen Wiedererkennungsmerkmale!

Im Idealfall wurdest Du von Deinen Mitmenschen direkt mit Deiner fachlichen Expertise in Verbindung gebracht. Wenn das nicht der Fall ist, solltest Du deine Social-Media-Accounts überprüfen. Im gesamten Internet aber vor allem in Social Media ist es entscheidend, dass Du in deinen Profilen ausschließlich die Themen, die Dich als Marke ausmachen, verkörperst! Wenn Du ein inkonsistentes Bild von Dir abgibst, also heute mal für dieses Thema, morgen mal für jenes stehst, wird man Dich nicht als Marke wahrnehmen!

Auch auf privaten Social-Media-Profilen ist (sofern Sie für Außenstehende sichtbar sind) Vorsicht geboten! Jedes Like, jeder Kommentar, jedes Teilen fließt in Deine Marke ein. Wenn Du als Personenmarke auftreten möchtest, musst Du sie vor jeglicher „Verwässerung“ schützen.

Werden meine Kontakte genervt von dem ständigen Business-Content sein?

Aus meiner Sicht ist diese Frage mit einem klaren „Nein!“ zu beantworten.

Social Media ist Teil Deiner Arbeit. Beruflicher Content ist von Dir also erwartbar. Jeder kommt im Netz irgendwann an einen Punkt kommen, an dem es Kritiker auf einen abgesehen haben, aber das muss eine Personenmarke aushalten.

Verwechsle nicht „private Einblicke“ mit „privaten Inhalten“!

Natürlich sind auch kleine Einblicke in Dein Privatleben Teil deiner Marke. Sie sind wichtig, weil sie Dich als Mensch nahbar und authentisch machen. Du musst lediglich beachten, dass sie nicht zu Deinem Markenkern werden dürfen! Es ist beispielsweise absolut in Ordnung, wenn Du in Deiner morgendlichen Instagram-Story gerade bei der Gassi-Runde mit Deinem Hund zu sehen bist. Du sprichst, dann aber nicht vorrangig darüber, wo es die besten Hundeplätze gibt, sondern über ein Thema, das etwas mit Deinem Business zu tun hat.

Fazit:

Ich bin überzeugt, dass Versicherungsvermittler in den Köpfen ihrer Kunden schon immer Personenmarken waren. Wahrscheinlich wurden sie bisher lediglich mit Werten wie Ehrlichkeit, Loyalität oder ähnlichem verbunden. Personal Branding erhöht jetzt das Level, weil Menschen gewisse Werte einfach voraussetzen und Abhebungskriterien von anderen Versicherungen suchen. Social Media sind perfekt dafür, Menschen als Marken zu profilieren – sofern sie ihr Markenbild kennen und bereit sind, dieses der Öffentlichkeit zu zeigen.



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